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kollekció: Német nyelvű könyvek

“Nincs kizárva, hogy Beethoven nevét ma senki sem ismerné, és Goethe mint halhatatlan államminiszter pihenne, teljesen elfeledve.”
(Rejtő Jenő)


Johann Wolfgang Goethe - Satyros ​oder Der vergoetterte Waldteufel
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Alexander von Humboldt - Ideen ​zu einer Physiognomik der Gewächse
Wenn ​der Mensch mit regsamem Sinne die Natur durchforscht, oder in seiner Phantasie die weiten Räume der organischen Schöpfung misst, so wirkt unter den vielfachen Eindrücken, die er empfängt, keiner so tief und mächtig als der, welchen die allverbreitete Fülle des Lebens erzeugt. Ueberall, selbst am beeisten Pol, ertönt die Luft von dem Gesange der Vögel, wie von dem Sumsen schwirrender Insecten. Nicht die unteren Schichten allein, in welchen die verdichteten Dünste schweben, auch die oberen ätherischreinen, sind belebt. Denn so oft man den Rücken der Peruanischen Cordilleren, oder, südlich vom Leman-See, den Gipfel des Weissen-Berges bestieg, hat man selbst in diesen Einöden noch Thiere entdeckt. Am Chimborazo, sechsmal höher als der Brocken, sahen wir Schmetterlinge und andere geflügelte Insecten. Wenn auch, von senkrechten Luftströmen getrieben, sie sich dahin, als Fremdlinge, verirrten, wohin unruhige Forschbegier des Menschen sorgsame Schritte leitet; so beweiset ihr Daseyn doch, dass die biegsamere animalische Schöpfung ausdauert, wo die vegetabilische längst ihre Grenze erreicht hat. Höher, [pg 4] als der Kegelberg von Teneriffa auf den Aetna gethürmt; höher, als alle Gipfel der Andeskette, schwebte oft über uns der Cundur, der Riese unter den Geiern. Raubsucht und Nachstellung der zartwolligen Vikunnas, welche gemsenartig und heerdenweise in den beschneiten Grasebenen schwärmen, locken den mächtigen Vogel in diese Region.

Johann Wolfgang Goethe - Venetianische ​Epigramme
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Johann Wolfgang Goethe - Briefe ​aus der Schweiz
Durch ​den Rücken einer hohen und breiten Gebirgkette hat die Birsch, ein mäßiger Fluß, sich einen Weg von Uralters gesucht. Das Bedürfniß mag nachher durch ihre Schluchten ängstlich nachgeklettert sein. Die Römer erweiterten schon den Weg, und nun ist er sehr bequem durchgeführt. Das über Felsstücke rauschende Wasser und der Weg gehen neben einander hin und machen an den meisten Orten die ganze Breite des Passes, der auf beiden Seiten von Felsen beschlossen ist, die ein gemächlich aufgehobenes Auge fassen kann. Hinterwärts heben Gebirge sanft ihre Rücken, deren Gipfel uns vom Nebel bedeckt waren. Bald steigen an einander hängende Wände senkrecht auf, bald streichen gewaltige Lagen schief nach dem Fluß und dem Weg ein, breite Massen sind auf einander gelegt, und gleich daneben stehen scharfe Klippen abgesetzt. Große Klüfte spalten sich aufwärts, und Platten von Mauerstärke haben sich von dem übrigen Gesteine losgetrennt. Einzelne Felsstücke sind herunter gestürzt, andere hängen noch über und lassen nach ihrer Lage fürchten, daß sie dereinst gleichfalls herein kommen werden. Bald rund, bald spitz, bald bewachsen, bald nackt, sind die Firsten der Felsen, wo oft noch oben drüber ein einzelner Kopf kahl und kühn herüber sieht, und an Wänden und in der Tiefe schmiegen sich ausgewitterte Klüfte hinein.

Friedrich Schiller - Wallensteins ​Tod
Wallenstein. ​Seni. Wallenstein. Laß es jetzt gut sein, Seni. Komm herab. Der Tag bricht an, und Mars regiert die Stunde. Es ist nicht gut mehr operieren. Komm! Wir wissen g'nug. Seni. Nur noch die Venus laß mich Betrachten, Hoheit. Eben geht sie auf. Wie eine Sonne glänzt sie in dem Osten.

Friedrich Schiller - Turandot, ​Prinzessin von China
Erster ​Auftritt. Prinz Kalaf, in tartarischem Geschmack, etwas phantastisch gekleidet, tritt aus einem Hause. Gleich darauf Barak, aus der Stadt kommend. Kalaf. Habt Dank, ihr Götter! Auch zu Peckin sollt' ich Eine gute Seele finden! Barak (in persischer Tracht, tritt auf, erblickt ihn und fährt erstaunt zurück). Seh' ich recht? Prinz Kalaf! Wie? Er lebt noch! Kalaf (ernennt ihn). Barak! Barak (auf ihn zueilend). Herr! Kalaf. Dich find' ich hier? Barak. Euch seh' ich lebend wieder! Und hier zu Peckin!

Friedrich Schiller - Die ​Verschwörung des Fiesco zu Genua
A ​Fiesco a genovai nép szabadságvágyának és kedvencének, a hatalomra törő Fiescónak az összeütközését ábrázolja. Fiesco nagyszabású reneszánsz kalandoregyéniség, a republikánus összeesküvés nemes szándékait csak eszköznek tekinti saját céljai elérésére. Verrina viszont őszinte híve a polgári szabadságnak, és amikor a tengerbe taszítja Fiescót, egykori barátját, a megcsalt nép ítéletét hajtja végre.

Friedrich Schiller - Wallensteins ​Lager
Der ​scherzenden, der ernsten Maske Spiel, Dem ihr so oft ein willig Ohr und Auge Geliehn, die weiche Seele hingegeben, Vereinigt uns aufs neu in diesem Saal – Und sieh! er hat sich neu verjüngt, ihn hat Die Kunst zum heitern Tempel ausgeschmückt, Und ein harmonisch hoher Geist spricht uns Aus dieser edeln Säulenordnung an Und regt den Sinn zu festlichen Gefühlen. Und doch ist dies der alte Schauplatz noch, Die Wiege mancher jugendlichen Kräfte, Die Laufbahn manches wachsenden Talents. Wir sind die Alten noch, die sich vor euch Mit warmem Trieb und Eifer ausgebildet. Ein edler Meister stand auf diesem Platz, Euch in die heitern Höhen seiner Kunst Durch seinen Schöpfergenius entzückend

Friedrich Schiller - Die ​Jungfrau von Orleans
Die ​ Jungfrau von Orleans ist ein Drama von Friedrich Schiller. Das Stück wurde am 11. September 1801 in Leipzig uraufgeführt. Es nimmt den Stoff um die französische Heilige Johanna von Orléans auf und war zu Lebzeiten Schillers eines seiner am häufigsten gespielten Stücke. Werk- und literaturgeschichtlich lässt es sich der Weimarer Klassik zuordnen. Schon die paratextuelle Gattungsbezeichnung „romantische Tragödie“ weist darauf hin, dass Schiller mit dem Drama auf die aufkommende Romantik reagiert.

Friedrich Schiller - Einige ​Gedichte
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Friedrich Schiller - Der ​Neffe als Onkel
Valcour ​tritt eilfertig herein, und nachdem er sich überall umgesehen, ob Niemand zulegen, tritt er zu einem von den Wachslichtern, die vorn auf einem Schreibtisch brennen, und liest ein Billet. "Herr von Valcour wird ersucht, diesen Abend um sechs Uhr sich im Gartensaal des Herrn von Dorsigny einzufinden. Er kann zu dem kleinen Pförtchen herein kommen, das den ganzen Tag offen ist. "—Keine Unterschrift!—Hm! Hm! Ein seltsames Abenteuer—Ist's vielleicht eine hübsche Frau, die mir hier ein Rendezvous geben will?—Das wäre allerliebst.—Aber still! Wer sind die beiden Figuren, die eben da eintreten, wo ich hereingekommen bin?

Friedrich Schiller - Der ​Parasit, oder die Kunst, sein Glück zu machen
Erster ​Auftritt. Firmin, der Vater und Karl Firmin. Karl. Welch glücklicher Zufall!—Denken Sie doch, Vater! Firmin. Was ist's? Karl. Ich habe sie wieder gefunden. Firmin. Wen? Karl. Charlotten. Seitdem ich in Paris bin, suchte ich sie an allen öffentlichen Plätzen vergebens—und das erste Mal, daß ich zu Ihnen aufs Bureau komme, führt mein Glücksstern sie mir entgegen. Firmin. Aber wie denn? Karl. Denken Sie doch nur! Dieses herrliche Mädchen, das ich zu Colmar im Haus ihrer Tante besuchte—diese Charlotte, die ich liebe und ewig lieben werde—sie ist die Tochter!— Firmin. Wessen? Karl. Ihres Principals, des neuen Ministers.—Ich kannte sie immer nur unter dem Namen Charlotte. Firmin. Sie ist die Tochter? Karl. Des Herrn von Narbonne. Firmin. Und du liebst sie noch?

Christian Fuerchtegott Gellert - Die ​zaertlichen Schwestern
Cleon. ​Meine Tochter, ist dir's auch zuwider, daß ich den Herrn Damis auf eine Tasse Tee zu mir gebeten habe? Du merkst doch wohl seine Absicht. Geht dir's auch nahe? Du gutes Kind, du dauerst mich. Freilich bist du älter als deine Schwester und solltest also auch eher einen Mann kriegen. Aber…

Friedrich Schiller - Die ​Piccolomini
Erster ​Auftritt Illo mit Buttler, und Isolani. Illo. Spät kommt Ihr—Doch Ihr kommt! Der weite Weg, Graf Isolan, entschuldigt Euer Säumen. Isolani. Wir kommen auch mit leeren Händen nicht! Es ward uns angesagt bei Donauwerth, Ein schwedischer Transport sei unterwegs Mit Proviant, an die sechshundert Wagen.- Den griffen die Kroaten mir noch auf, Wir bringen ihn.

Heinrich Hoffmann - König ​Nußknacker und der arme Reinhold Ein Kindermährchen in Bildern
Großmütterlein ​sitzet zur Sommerszeit Im Garten an kühler Linde. Da blühen die Blumen weit und breit Und nicken im leisen Winde. Die Sonne geht bald hinab zur Ruh’; Es summen die Bienen noch eilig; Die Vöglein singen ein Lied dazu. Wie ist es da schön und heilig! Großmütterlein winkt; da kommen geschwind Die Kleinen und knieen daneben. Sie küßt auf die Augen ein jedes Kind Und läßt sich die Händchen geben. „Du liebes, du gutes Großmütterchen, du! Wir bitten und betteln und quälen. Wir lassen dich wahrlich nicht eher in Ruh’, Du mußt uns ein Märchen erzählen!“ Großmütterchen sprach: „Nun wohl! Es sei! Ein Neues erzähl’ ich euch heute. Ernst geht es und spaßig her dabei. Jetzt still, ihr kleinen Leute!“ Da schweigt das Vöglein; die Biene setzt Sich still in die Blume tief innen. Die Kinder lauschen tief athmend jetzt; Großmütterlein will ja beginnen.

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Sándor Petőfi - Gedichte
Ein ​Abend daheim Ich saß mit meinem Vater daheim beim Schoppen Wein. Nie trank er - mir zuliebe ging er jetzt darauf ein. Lang war ich nicht zu Hause, bekümmert mußt ich sehn, wie er seither gealtert. Ja, ja, die Jahre gehn. Wir schwätzten durcheinander, wie’s kam, von mancherlei, und schließlich auch von meiner Theaterspielerei.

Franz Grillparzer - Der ​arme Spielmann
An ​diesem Tage feiert die mit dem Augarten, der Leopoldstadt, dem Prater in ununterbrochener Lustreihe zusammenhaengende Brigittenau ihre Kirchweihe. Von Brigittenkirchtag zu Brigittenkirchtag zaehlt seine guten Tage das arbeitende Volk. Lange erwartet, erscheint endlich das saturnalische Fest. Da entsteht Aufruhr in der gutmuetig ruhigen Stadt. Eine wogende Menge erfuellt die Strassen. Geraeusch von Fusstritten, Gemurmel von Sprechenden, das hie und da ein lauter Ausruf durchzuckt. Der Unterschied der Staende ist verschwunden; Buerger und Soldat teilt die Bewegung. An den Toren der Stadt waechst der Drang. Genommen, verloren und wiedergenommen, ist endlich der Ausgang erkaempft. Aber die Donaubruecke bietet neue Schwierigkeiten. Auch hier siegreich, ziehen endlich zwei Stroeme, die alte Donau und die geschwollnere Woge des Volks, sich kreuzend quer unter- und uebereinander, die Donau ihrem alten Flussbette nach, der Strom des Volkes, der Eindaemmung der Bruecke entnommen, ein weiter, tosender See, sich ergiessend in alles deckender Ueberschwemmung. Ein neu Hinzugekommener faende die Zeichen bedenklich. Es ist aber der Aufruhr der Freude, die Losgebundenheit der Lust.

Franz Grillparzer - Das ​Kloster bei Sendomir
Die ​Strahlen der untergehenden Sonne vergoldeten die Abhänge eines der reizendsten Täler der Woiwodschaft Sendomir. Wie zum Scheidekuß ruhten sie auf den Mauern des an der Ostseite fensterreich und wohnlich prangenden Klosters, als eben zwei Reiter, von wenigen Dienern begleitet, den Saum der gegenüberliegenden Hügelkette erreichten, und, von der Vesperglocke gemahnt, nach kurzem, betrachtendem Verweilen, ihre Pferde in schärfern Trott setzten, taleinwärts, dem Kloster zu. Die Kleidung der späten Gäste bezeichnete die Fremden. Breitgedrückte, befiederte Hüte, das Elenkoller vom dunklen Brustharnisch gedrückt, die straffanliegenden Unterkleider und hohen Stulpstiefeln erlaubten nicht, sie für eingeborne Polen zu halten. Und so war es auch. Als Boten des deutschen Kaisers zogen sie, selbst Deutsche, an den Hof des kriegerischen Johann Sobiesky, und, vom Abend überrascht, suchten sie Nachtlager in dem vor ihnen liegenden Kloster.

Franz Grillparzer - Die ​Ahnfrau
Ghe ​Halle. Im Hintergrunde zwei Türen. An beiden Seitenwänden, links und rechts, ebenfalls eine Türe. An einer Kulisse des Vorgrundes hängt ein verrosteter Dolch in seiner Scheide. Später Winterabend. Licht auf dem Tische. Graf Borotin. Berta. Der Graf (am Tische sitzend und auf einen Brief hinstarrend, den er in beiden Händen hält). Nun Wohlan, was muß geschehe! Fallen seh ich Zweig' auf Zweige, Kaum noch hält der morsche Stamm. Noch ein Schlag, so fällt auch dieser Und im Staube liegt die Eiche, Die die reichen Segensäste Weit gebreitet rings umher. Die Jahrhunderte gesehen Werden, wachsen und vergehen, Wird vergehen so wie sie; Keine Spur wird übrigbleiben; Was die Väter auch getan, Wie gerungen, wie gestrebt, Kaum daß fünfzig Jahr' verfließen Wird kein Enkel mehr es wissen Daß ein Borotin gelebt! Berta (am Fenster). Eine grause Nacht, mein Vater! Kalt und dunkel wie das Grab. Losgerißne Winde wimmern Durch die Luft, gleich Nachtgespenstern; Schnee soweit das Auge trägt, Auf den Hügeln, auf den Bergen, Auf den Bäumen, auf den Feldern, Wie ein Toter liegt die Erde In des Winters Leichentuch; Und der Himmel, sternelos, Starrt aus leeren Augenhöhlen In das ungeheure Grab Schwarz herab!otisc

Franz Grillparzer - Die ​Argonauten
(Kolchis.—Wilde ​Gegend mit Felsen und Bäumen. Im Hintergrunde ein halbverfallener Turm, aus dessen obersten Stockwerke ein schwaches Licht flimmert. Weiter zurück die Aussicht aufs Meer. Finstere Nacht.) (Kolchis.—Wilde Gegend mit Felsen und Bäumen. Im Hintergrunde ein halbverfallener Turm, aus dessen obersten Stockwerke ein schwaches Licht flimmert. Weiter zurück die Aussicht aufs Meer. Finstere Nacht.) Absyrtus (hinter der Szene). Dorther schimmert das Licht!—Komm hierher Vater!— Ich bahne dir den Weg!—Noch diesen Stein!— So!— (Auftretend und mit dem Schwert nach allen Seiten ins Gebüsch hauend.) Aus dem Wege unnützes Pack! Vater, mein Schwert macht klare Bahn! Aietes (tritt auf, den Helm auf dem Kopfe, ganz in einen dunkeln Mantel gehüllt.)

Franz Grillparzer - Weh ​dem, der lügt
Die ​Geschichte spielt am Hofe des fränkischen Bischofs Gregor und in der Burg des germanischen Grafen Kattwald zur Zeit der Christianisierung in Deutschland ( etwa 9. Jahrhundert).

Franz Grillparzer - Die ​Jüdin von Toledo
Im ​koeniglichen Garten zu Toledo. Isaak, Rahel und Esther kommen. Isaak. Bleib zurueck, geh nicht in Garten! Weisst du nicht, es ist verboten? Wenn der Koenig hier lustwandelt, Darf kein Jued'—Gott wird sie richten!— Darf kein Jued' den Ort betreten. Rahel (singt). La, la, la, la. Isaak. Hoerst du nicht denn? Rahel. Ei, wohl hoer ich.

Franz Grillparzer - Ein ​Bruderzwist in Habsburg
Auszug: ​...wisst nicht edler Herzog. Der Kaiser drohten mit geschwungnem Dolch, Wenn jemand nur ihn anzusprechen wagte. Rudolf. Nun wohl, Ihr habt das Zuenglein an der Waage, Das ich mit Sorge hielt im Gleichgewicht, Ihr habt es rohen Draengens angestossen, Es schwankt und blut'ge Todeslose fallen Aus beiden Schalen auf die bange Welt. Leiht mir nicht Eure Schuld; wenn's etwa Schuld nicht, Dass ich vertraut, und nur ein Mensch, kein Gott. Ruft mir den Kanzler! Rumpf. Herr, er ist schon hier Und spricht im span'schen Saale zu den Staenden. Rudolf. Die Staende, wie? Rumpf. Die gleicherweise erschienen Von des Geruechtes Stimmen aufgeregt. (Zu Herzog Julius.) O Herr, o Herr! Wir wissen's erst seit jetzt: Des Herrn Erzherzoges Mathias Gnaden Sind insgeheim von Bruenn verrueckt nach Tabor, Von wo sie nun durch Meuterer verstaerkt Mit Heeresmacht heranziehn gegen Prag. Die Stadt ist in Bewegung, Manifeste Sind angeschlagen an den Strassenecken, Die von des Kaisers Hoheit ehrfurchtlos- Rudolf. Ich weiss den Inhalt dieser Manifeste: Dass ich, ein alter Mann, an Willen schwach Entziehe mich dem Reich und seinen Sorgen; Indes mich das Gespenst der blut'gen Zukunft Verfolgt bis in mein innerstes Gemach, Und, nachts empor auf meinem Lager sitzend, Der Trommel Ruf, des Schlachtenlaerms Getos Mir wachend schlaegt ans Ohr, den Traum ergaenzend. Dazu noch das Bewusstsein, dass im Handeln, Ob so nun oder so, der Zuendstoff liegt, Der diese Mine donnernd sprengt gen Himmel. Ihr habt gehandelt, wohl! das Tor geht auf Und eine grasse Zeit haelt ihren Einzug. Was wollen sie die Staende? Weiss man es? Rumpf. Sie tragen eine Handfest vor sich her, Von Pergament gerollt, auf einem Kissen. Rudolf. Es ist der Majestaetsbrief, den sie frueher Mir vorgelegt, doch damals ich zurueckwies, Berechtigung zusichernd ihrem Glauben. (Bitter.) Die Zeit scheint ihnen guenstig zum Vertrag. (Die Muetze abziehend, heftig.) Allmaecht'ger Gott, der du mich eingesetzt, Zu wahren deiner Ehre und der...

Franz Grillparzer - König ​Ottokars Glück und Ende
Im ​Schlosse zu Prag. Vorzimmer der Koenigin. Rechts und links Seitentueren, deren erstere zu den innern Gemaechern fuehrt. Vor derselben, Wache haltend, Seyfried von Merenberg, auf seine Partisane gestuetzt. Frau Elisabeth mit einer andern Kammerfrau tritt aus dem Zimmer der Koenigin. Elisabeth. Lauf, Barbara! lauf schnell nach Meister Niklas! Die Koenigin scheint wohl, doch trau ich nicht. (Ein Diener ist gekommen.) Elisabeth. Hast du den Balsam? Gut, gib her, mein Freund! O ungluecksel'ger Tag! O arme Frau! (Der alte Merenberg kommt.) Merenberg. Wie geht's der Koenigin? Elisabeth. Verwunderlich! Doch tut sie sich Gewalt, das sieht man wohl.

Franz Grillparzer - Des ​Meeres und der Liebe Wellen
Wer ​weiß, ob eine andre mir so nütz'? Dir Amor sei der zweite meiner Kränze. Bist du der Göttin Sohn, und ich ihr Kind, Sind wir verwandt; und redliche Geschwister Beschädigen sich nicht und halten Ruh'. So sei's mit uns, und ehren will ich dich, Wie man verehrt, was man auch nicht erkennt. Nun noch die Blumen auf den Estrich.—Doch Wie liegt nur das Geräte rings am Boden? Der Sprengkrug und der Wedel, Bast und Binden. Saumsel'ge Dienerinnen dieses Hauses Euch stand es zu. Übt so ihr eure Pflicht? Lieg immer denn, und gib ein kundbar Zeugnis— Und doch, es martert mein erglühend Auge. Fort, Niedriges, und laß mich dich nicht schaun.

Judit Simanovszky - Freude ​am Leben
Die ​einfachsten Dinge im Leben sind am schönsten und am schwersten. Bei Miterleben der Kurzgeschichten, die über menschliche Schwächen und Gutgesinntheit erzählen, bitte ein bisschen Verständnis, vor allem aber Humor und einen Hauch Ironie beibehalten.

Friedrich Schiller - Die ​Huldigung der Kuenste
Die ​Scene ist eine freie ländliche Gegend; in der Mitte ein Orangenbaum, mit Früchten beladen und mit Bändern geschmückt. Landleute sind eben beschäftigt, ihn in die Erde zu pflanzen, indem die Mädchen und Kinder ihn zu beiden Seiten an Blumenketten halten. Vater. Wachse, wachse, blühender Baum Mit der goldnen Früchtekrone, Den wir aus der fremden Zone, Pflanzen in dem heimischen Raum! Fülle süßer Früchte beuge Deine immer grünen Zweige! Alle Landleute. Wachse, wachse, blühender Baum Strebend in den Himmelraum!

Franz Grillparzer - Der ​Gastfreund
Kolchis. ​(Wilde Gegend mit Felsen und Bäumen, im Hintergrunde das Meer. Am Gestade desselben ein Altar, von unbehauenen Steinen zusammengefügt, auf dem die kolossale Bildsäule eines nackten, bärtigen Mannes steht, der in seiner Rechten eine Keule, um die Schultern ein Widderfell trägt. Links an den Szenen des Mittelgrundes der Eingang eines Hauses mit Stufen und rohen Säulen. Tagesanbruch.) Medea, Gora, Peritta, Gefolge von Jungfrauen. (Beim Aufziehen des Vorhanges steht Medea im Vorgrunde mit dem Bogen in der Hand in der Stellung einer, die eben den Pfeil abgeschossen. An den Stufen des Altars liegt ein, von einem Pfeile durchbohrtes Reh.)

Franz Grillparzer - Sappho ​(német)
Freie ​Gegend. Im Hintergrunde das Meer, dessen flaches Ufer sich gegen die linke Seite zu in felsichten Abstufungen emporhebt. Hart am Ufer ein Altar der Aphrodite. Rechts im Vorgrunde der Eingang einer Grotte mit Gestraeuch und Eppich umwachsen; weiter zurueck das Ende eines Saeulenganges mit Stufen, zu Sapphos Wohnung fuehrend. Auf der linken Seite des Vorgrundes ein hohes Rosengebuesch mit einer Rasenbank davor. Erster Auftritt Zimbeln und Floeten und verworrener Volkszuruf in der Ferne. Rhamnes stuerzt herein. Rhamnes. Auf, auf vom weichen Schlaf! Sie kommt, sie naht! O dass doch nur die Wuensche Fluegel haben Und traeg der Fuss, indes das Herz lebendig. Heraus ihr faulen Maedchen! Zoegert ihr? Der trifft euch nicht, der Jugend vorschnell nennt.

Christian Fürchtegott Gellert - C. ​F. Gellerts Sämmtliche Schriften
Wie ​selig lebt ein Mann, der seine Pflichten kennt, Und, seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennt, Der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbindet, Beruf, und Eid und Amt schon in sich selber findet! Ihm wird des andern Wohl sein eignes Himmelreich; Er fühlet meine Noth, als träf ihn selbst der Streich; Und das, was ihn beherrscht, ist ein gerecht Bestreben, So treu, als er sich lebt, der ganzen Welt zu leben. Das seine milde Hand dir Glück und Ruhe schafft, Ist kein erzwungner Trieb von deiner Thränen Kraft: Er sieht, du bist es werth, er sieht, er kann dir nützen, Und mehr, als du gehofft, wirst du durch ihn besitzen. Nicht macht er dich beglückt, daß du sein Sklave seyst, Und aus Erkenntlichkeit ihm dein Gewissen leihst, Und, weil er dein gedacht, ihm dich auf ewig schenkest, Und, wie er denkt und glaubt, auch mit ihm glaubst und denkest. Auch hilft dir nicht sein Herz nur bloß aus Weichlichkeit. Indem es jede Noth aus innrer Wollust scheut; Viel minder wird er dich mit seiner Gunst beglücken, Um, was er einmal that, dir zehnmal vorzurücken. Nicht darum wird dein Glück von seiner Huld vermehrt, Von seinem Arm beschützt, damit man öfters hört: »Ich hob ihn aus dem Staub in den beglückten Orden, Ich sprach: er werde groß, und er ist groß geworden.« Nein, wenn der Menschenfreund sich um dein Wohl bemüht: So glaub, er wartet nicht, bis es der Erdkreis sieht. Er bittet dich vielmehr die Wohlthat zu verschweigen; Gott und sein eignes Herz sind ihm die liebsten Zeugen. Kein Stolz noch Eigennutz wirkt seine Gütigkeit. Was die Natur befiehlt, was die Vernunft gebeut, Was dein Bedürfniß heischt, dieß reizet seine Triebe, Auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Menschenliebe. Nie hält er sich zu schwach, dir hülfreich beyzustehn; Sein Ansehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehn, Sind Mittel deines Glücks; und kann er nicht durch Thaten, So wird er durch Verstand, und durch Erfahrung rathen. O! spricht er bey sich selbst, mir gab der Allmacht Hand, Bey Gütern und Gewalt, auch Willen und Verstand; Die letzten wend ich an, damit die ersten Gaben, Indem sie mir genützt, der Welt genützet haben. Was soll der reiche Schatz? Wie soll er nur allein Des Moders halber Raub und meine Marter seyn? Und soll ich, als ein Thor, mein Herz und mein Gewissen, Vergnügen und Verstand zugleich mit ihm verschliessen? Welch Elend ist mein Glück, wenn ich von Unruh voll, Als meines Schatzes Herr, den Schatz nur hüten soll! Bekam ich darum nur der Väter reiches Erbe, Damit ich reicher noch, als meine Väter, sterbe? Ist dieß des Reichthums Frucht, daß ich, dem Geize treu, Bey allem Ueberfluß selbst arm und dürftig sey: So fluch ich auf mein Glück, und nenn es eine Bürde, Und hielt ein Freudenfest, wenn sie gestohlen würde. Der, der aus seiner Hand, die ihn mit Müh ernährt, Und noch vom Fleisse schwitzt, sein schwarzes Brodt verzehrt, Und sichs zufrieden gönnt, ists gleich das letzte Stücke, Lebt besser ohne Glück, als ich bey grossem Glücke. Zwar seh ich, wie Gargil sein reiches Gut gebraucht, Wenn stets sein Speisesaal von zwanzig Schüsseln raucht; Nie hebt die Tafel an, so zeigen neue Trachten, Daß ihm die Väter nicht umsonst ihr Geld vermachten. Wahr ists, Gargil lebt wohl, komm auch um Mitternacht! Da kömmt kein Gast zu spät, wo stets der Mundkoch wacht. Dich wird der liebste Wirth mit Speisen überladen, Mit Gläsern auf dich gehn, und dich mit Weine baden. Trink dich um den Verstand, du trinkst ihm nie zu viel. Du taumelst, taumle recht, denn dieses wünscht Gargil; Er lacht den andern Tag, wenn du die Stirne streichest, Und krank durch seine Huld, aus seinem Hause schleichest. So braucht Gargil sein Gut, und legt der Schwelgerey, Mit welcher ers verpraßt, der Großmuth Namen bey, Und meynt, er lebe klug, und lebt, und schwelgt bethöret, Bis sein Palast für Schuld der ganzen Stadt gehöret. O! denkt der Menschenfreund, Suffen mag Häuser baun, Und sich, beym Leben schon, durch Stein verewigt schaun; Was nützt die stolze Wand, als daß von seinem Segen Die Enkel einst, in ihr, der Wollust sanfter pflegen? Haut ganze Wälder um, legt theure Gärten an, Viel habt ihr für die Pracht, nichts für die Welt gethan; Schmückt Gärten, Haus und Hof mit Bildern und mit Säulen, Den Künstlern wird die Welt, nicht euch, den Ruhm ertheilen. Ich will mit meinem Gut, das mir das Glück verliehn, Mein reinliches Gemach nicht glänzend überziehn; Es ist bequem genug, mich und den Freund zu fassen; Der Freund besucht es gern, und wirds nicht gern verlassen. Den Fremden, und dem Freund sey stets mein Tisch gedeckt. Wenn ein gesund Gerücht mir und den Gästen schmeckt; Was soll der Ueberfluß aus Feldern, Wald und Seen, Dem Tisch und mir zur Last, vor meinen Augen stehen? Macht mich ein kluger Freund, durch Reden voller Geist, Bey wenig Speisen satt: so hab ich wohl gespeist, Und tausche nicht mit dem, der hundert Schüsseln zählet, Und doch bey jeder klagt, daß ihm der Hunger fehlet. Die Welt hat Recht genug zu meinem Wohlergehn. Was ich nicht selbst bedarf, muß ihr zu Dienste stehn. Für alle schuf der Herr die Güter dieser Erden, Für alle, die da sind, und noch gebohren werden. Daß mancher Fromme darbt, manch redlich Herz verdirbt, Und der, zum Greis versehn, vor Noth als Jüngling stirbt; Daß mancher Vater ächzt, weil er bey Fleiß und Wachen Nicht so viel Brodt erschwitzt, die Kinder satt zu machen, Thut dieses die Natur? Giebt sie nicht reichlich gnug? Verschwendung, Hoffart, Geiz, List, Eigennutz, Betrug, Dieß macht den Erdkreis arm. O steinern Herz des Bösen, Zum Retten hast du Kraft, und willst doch nicht erlösen!

Alexander von Humboldt - Reise ​in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents
Einem ​wissenschaftlichen Reisenden kann es wohl nicht verargt werden, wenn er eine vollständige Uebersetzung seiner Arbeiten jeder auch noch so geschmackvollen Abkürzung derselben vorzieht. Bouquer´s und La Condamine´s mehr als hundertjährige Quartbände werden noch heute mit großer Theilnahme gelesen; und da jeder Reisende gewissermaßen den Zustand der Wissenschaften seiner Zeit, oder vielmehr die Gesichtpunkte darstellt, welche von dem Zustande des Wissens seiner Zeit abhangen, so ist das wissenschaftliche Interesse um so lebendiger, als die Epoche der Darstellung der Jetztzeit näher liegt.

Emil Holub - Sieben ​Jahre in Süd-Afrika
Mein ​Scherflein zu dem großen Werke der Erschließung und Durchforschung Afrika's beitragen zu können, war mein seit früher Jugend gehegter und stets genährter Wunsch. Als ich während meiner Studienjahre bei der Lectüre der Reisewerke über den dunklen Erdtheil so selten den Namen österreichischer Reisenden begegnete, traten die Umrisse meines Reiseplanes immer schärfer hervor und als ich im Jahre 1872 an der Schwelle der Verwirklichung meines sehnlichsten Wunsches stand, war mein Entschluß gefaßt. Süd-Afrika war das Feld, auf dem ich der Wissenschaft und meinem Vaterlande ersprießliche Dienste zu leisten hoffen durfte.

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